Eternity

 

    

Dies ist die Geschichte eines längst untergegangenen Reiches.

Es entstand zu einer Zeit, als die Sonne noch nicht tödlich wirkte für alljene, die auf ihr lebten.

Die Planeten des Sonnensystems waren eigenständige Planeten, die ohne auf die Wärme und das Licht der Sonne angewiesen zu sein, existieren konnten.

Auf jedem dieser Planeten lebten Menschen. Sie waren allesamt friedlich gesinnt und es war ihnen möglich, von Planet zu Planet zu reisen, so daß die verschiedenen Planetenbewohner alle untereinander befreundet waren.

Zu dieser Zeit gab es im Sonnensystem vier Königreiche. Es waren die vereinigten Königreiche des Ewigen Jahrtausends. Sie befanden sich auf dem Planeten Saturn, der Sonne selbst, auf dem Mond, der zu dieser Zeit noch ein lebender Planet war und auf der Erde.

Die Herrscher des Saturn, der Sonne und des Mondes waren gerade eine Allianz eingegangen und man befand sich in Verhandlungen mit der Erde.

Die Menschen freuten sich über den Frieden und den Reichtum der Planeten. Noch ahnten sie nicht die drohende Gefahr, die ihnen vom anderen Ende des Universums drohte.

 

"Halt, warte doch. Bleib stehen, Mira." Das Mädchen rannte hinter der blauschwarzen Katze hinterher.

Bevor es sie erreichen konnte, wurde es von einer schlanken hochgewachsenen Frau abgefangen.

"Serenity ! Lauf bitte nicht so wild umher. Du weißt, daß Du dich als Prinzessin des Mondes einigermaßen deines Alters gemäß benehmen solltest."

Serenity sah ihre Mutter schuldbewußt an. Die Königin des Mondes kannte ihre einzige Tochter aber besser. Sie wußte, daß diese Reue nur gespielt war. Nun ja, als sie jung war, war sie ihm Schauspielen auch gut gewesen.

Königin Eternity lächelte. Dabei fielen ihr ihre bodenlangen smaragdfarbenen Haare über die Schulter. Ihre dunklen, blauen Augen leuchteten dabei auf. Sie betrachtete ihre Tochter Serenity stolz. Ihre Tochter hatte die Augen ihres Vaters geerbt, sie waren lavendelblau und ihre Haare schimmerten in einem hellen Fliederton. Das ganze Königreich war begeistert von der Prinzessin und Eternity wußte, daß ihre Tochter ihren Weg gehen würde.

"Entschuldige bitte, Mutter" sagte Serenity lächelnd" aber Mira ist schon wieder weggelaufen und du weißt, wie schnell sie dann immer verschwindet."

Königin Eternity mußte lachen, denn die kleine Katze, Gegenstand der Unterhaltung, war bei der Nennung ihres Namens neugierig geworden und lugte hinter einer Ecke des verwinkelten Ganges hervor.

Die Königin ging anmutig in die Knie, streckte ihre Hände nach der Katze aus und rief sie.

Mira zögerte anfangs noch etwas, dann aber fing sie an zu laufen und sprang auf die Königin zu.

Kurz vor ihr blieb sie stehen und verbeugte sich höflich.

"Verzeiht, Königin. Wir haben nur gespielt."

"Ist schon gut, Mira. Mach dir keine Gedanken."

Die Katze nickte erleichtert und wandte sich dann an die Prinzessin.

"Wollen wir in den Garten gehen und dort spielen, Prinzessin ?"

Serenity war einverstanden und so gingen die beiden Freundinnen nach draußen in den wunderschönen Garten des Mondpalastes.

Die Königin sah ihnen noch nach, als ihr Mann, König Cancer I., ihr die Hand auf die Schulter legte.

"Unsere Kleine ist immer so fröhlich. Hoffentlich wird sie nie Grund zum Kummer haben."

Eternity sah ihren Mann besorgt an. "Cancer, ist etwas passiert ? Hat es Schwierigkeiten bei der Verhandlung auf der Erde gegeben ?"

Cancer schüttelte den Kopf. "Nein, die Verhandlungen laufen bestens. König Geos und Königin Terra sind außerordentlich kooperativ. Wir werden schon bald die Verträge unterschreiben, die eine fortwährende Handelsbasis herstellen."

"Was ist es dann, Liebster ?"

"König Argentum aus dem Königreich des Saturns hat eine feindliche Anwesenheit gespürt, doch er konnte sie nicht lokalisieren."

Königin Eternity erbleichte. "Was ? Wie kann das sein ? Bisher war doch alles friedlich und es sah auch so aus, als würde das so bleiben."

Der König des Mondes blickte ernst. Dann nahm er seine Gemahlin fest in die Arme und flüsterte ihr aufmunternde Worte ins Ohr.

 

Im Garten spielten die Prinzessin und Mira mit den Kammerzofen Serenitys Verstecken.

Gerade versteckte sich die Prinzessin. Sie suchte hinter einem Standbild Schutz und lief dann geduckt zu einem großen Fliederbusch. Sie kletterte hinauf und bedeckte ihr weißes Kleid mit ihren Haaren. Nun war sie bestens getarnt. Sie kicherte leise. Hier würde sie wohl nicht so schnell entdeckt werden.

"Hab dich gefunden !"

Serenity sah verärgert nach unten. Mira stand unter dem Flieder und sah breit grinsend zu ihr hinauf.

Grummelnd wollte Serenity heruntersteigen, als Mira schon behende auf den Busch geklettert war. Sie sah die Prinzessin freundlich an.

"Das Versteck ist optisch gut gewählt", frotzelte die Katze in einem hochnäsigen Ton" jedoch,  wer den Charakter der einzigen Tochter des Mondkönigs kennt, dem wird schnell klar, daß sie sich nur auf dem Flieder verstecken konnte."

Serenity mußte angesichts dieser makaberen Vorstellung ihrer Freundin grinsen.

"Weißt du was, Mira? Ich habe keine große Lust mehr. Ich würde viel lieber zu Soleil gehen."

Mira sah sie streng an. "Prinzessin, du weißt doch, daß du dich nicht vom Mond entfernen darfst ohne Begleitung."

"Das weiß ich, aber allein bin ich ja nicht, wenn du mich begleitest."

Mira dachte darüber nach. Die Regel lautete: Prinzessin Serenity darf den Palast und den Mond nicht allein verlassen. Wenn man es wörtlich nahm, dürfte sie, wenn Mira als Begleitung mitginge.

Auf der anderen Seite war Mira eine Katze. In den Augen der Mondbewohner. Mira war jedoch keine gewöhnliche Katze, sie war eine Bewohnerin des Planeten Mau und hatte die Prinzessin auf einer diplomatischen Reise kennengelernt. Außerhalb des Planeten Mau konnten die Bewohner nur als Katzen existieren, denn nur die Kraft ihres Heimatplaneten verleiht ihnen

menschliches Aussehen.

Wenn man es also genau nahm, war Mira ja ein Mensch und somit befähigt, die Prinzessin zu begleiten.

"In Ordnung, Serenity. Ich komme mit."

Die Prinzessin lachte freudig auf und beide kletterten dann schnell von dem Fliederbusch herunter. Noch leise kichernd liefen sie zurück in den Palast.

Serenity und Mira schlichen sich an den Wachen vorbei zurück in Serenitys Zimmer. Serenity verschloß die Tür. Dann stellte sie sich der Katze gegenüber.

Serenitys Zimmer war geräumig. An einer Wand stand ein großes Himmelbett, in den Farben des wandelnden Mondes. Die Wände des Zimmers waren bemalt. Sie zeigten den Sonnenaufgang, den man nur vom Mond in solch außergewöhnlichen Farben sieht, die Erde mit ihren wunderschönen Blau- und Grüntönen und den Saturn, der ganz silbrig funkelnd und schimmernd mit seinen Ringen im All zu schweben schien.

Die Prinzessin schob einen bequemen Sessel vor dem Bild des Sonnenaufgangs hinweg und lachte dann heimlich in sich hinein.

"Jetzt zahlt sich wieder einmal meine Klugheit aus, Mira." Serenity grinste.

"Prinzessin ! Was hast Du nur wieder für Ideen ? Zum Ersten hatte die Idee Deine Mutter, Königin Eternity und zum Zweiten lobt sich eine zukünftige Königin des Mondes nie selbst."

Serenity zog die Augenbrauen nach oben. "Wer sagt das ?"

Mira stotterte: "Ähem, jeder ..., ich meine, jeder weiß doch, daß sich eine Königin in erster Linie damit beschäftigt, daß..., na, Du weißt schon was ich meine !"

"Natürlich weiß ich das. Oh Mira, Du hast absolut keine Ahnung." Sie nahm ihre Freundin in den Arm. "Ich liebe Dich trotzdem."

Mira lächelte. "Dann machen wir uns besser auf den Weg, bevor die Hofdamen merken, daß wir schon längst weg sind."

Beide sahen sich tief in die Augen und riefen dann: "Macht des wandelnden Mondes, führe uns durch den Raum ! Öffne das Tor zum Sonnenpalast !"

Das Bild mit dem Sonnenaufgang fing an zu leuchten. Immer stärker strahlte die gemalte Sonne, bis sie wirklich zu werden schien und das blendende Licht die beiden einhüllte.

 

In dem kleinen Turmzimmer des Sonnenpalastes leuchtete das gemalte Bild des Mondes auf.

Der runde und schöne Vollmond erstrahlte immer heller.

Serenity und Mira erschienen, als das Licht schon wieder verblasste.

"Willkommen auf der Sonne, Prinzessin des Mondes", sagte eine helle Stimme.

Serenity ließ Mira hinunter. Dann ging sie freudestrahlend zu der Person am Fenster.

Diese drehte sich um.

"Es ist schön, hier zu sein. Es ist schön bei Dir zu sein, Soleil."

 

Die Prinzessin der Sonne umarmte ihre Freundin vom Mond. Dann begrüßte sie die Katze Mira.

"Es freut mich sehr, daß ihr beide mich besucht. Es ist schon viel zu lange her, seit du das letzte Mal hier warst, Serenity."

Serenity lächelte. "Ja, das lag aber nicht an mir, Soleil." Sie blickte ernst. "Ich habe Gerüchte gehört, die äußerst beunruhigend sind."

Die Sonnenprinzessin runzelte ihre sonnengebräunte Stirn. "Meinst Du das Gerücht von den fremden Mächten, die ihre Schatten auf dieses Sonnensystem werfen ?"

Mira nickte anstelle von Serenity. "Genau, Prinzessin Soleil. Man sagt, sogar die Macht des Silberkristalls und des Goldkristalls zusammen würden nicht ausreichen um das Böse fernzuhalten."

Soleil schauderte. "Also, eigentlich kann ich das gar nicht glauben. Bis jetzt hat nichts die Macht der beiden Kristalle besiegen können."

Eine bedrückte Stimmung breitete sich in dem kleinen Turmzimmer aus. Der Raum, der über und über mit schönen goldenen Stoffen und goldenen Gefäßen ausgestattet war, verdunkelte sich.

Die Prinzessin der Sonne lief unruhig zum Fenster. Serenity folgte ihr.

"Was ist das ? Warum verdunkelt sich die Oberfläche ?"

Die leuchtende Oberfläche der Sonne wandelte sich von einem strahlend gelben Ton in ein fahles Orange.

Während die Prinzessinnen fassungslos aus dem Fenster sahen, öffnete sich die Tür zum Turmzimmer.

König Aurum trat ein.

„Soleil!“ Irritiert sah er von Soleil zu Serenity. Dann lächelte er und begrüßte die Prinzessin des Mondes herzlich. Aber dann verdunkelte sich sein Gesicht, wie sich vor wenigen Augenblicken die Sonnenoberfläche verdunkelt hatte.

„Mädchen, ihr seid hier nicht sicher. Noch ist nichts Genaues bekannt, aber Argentum vom Saturn vermutet einen Angriff von den Randgebieten des Universums. Nein, nein, bitte, brecht nicht in Panik aus. Noch ist es lediglich sein Gefühl. Soleil, Serenity und Mira, ihr wisst alle, dass der Saturn der äußere Stützpunkt unseres Sonnensystems ist. Argentum MUSS sicher sein, bevor er uns alarmiert.“ Er trat auf die drei zu. Dann lächelte er und sagte: „Daher haben wir beschlossen, dass ihr zunächst auf Saturn bleiben werdet. Argentum und seine Familie werden sich um euch kümmern.“

Er drehte sich um und ging zurück zur Tür. Dort angekommen sah er über die Schulter zurück.

„Egal, was passiert, wir werden euch beschützen. Ihr seid die Zukunft. Ach, Serenity?“

Serenity blickte ihn erstaunt an. „Ja, Eure Hoheit?“

„Deine Mutter lässt Dir ausrichten, dass Du auf dem Saturn Deinen Hausarrest von zwei Wochen absitzen wirst, den Du Dir durch Dein unerlaubtes Verschwinden zugezogen hast.“ Er zwinkerte ihr zu und verließ den Raum.

Serenity sank auf den Boden. „Das ist gemein... ZWEI Wochen! Soleil, Mira, habt ihr jemals so etwas Ungerechtes erlebt?“

Die Sonnenprinzessin und die Katze sahen sich an. „Nein. Aber Kopf hoch. Wenigstens kannst Du ihn im Palast absitzen und der ist so groß, dass sich wunderbare Abenteuer erleben lassen.“

Serenity schüttelte den Kopf. „Zwei Wochen... selbst bei Selene ist das eine Gemeinheit...“

 

Die Ringe des Saturn glänzten silbern. Tausende und abertausende Asteroiden, die den Planeten umkreisten und schützten.

Serenity sah hinauf zu den Ringen und seufzte tief. Dann sah sie hinab und erspähte Soleil, die sich gerade von ein paar jungen Männern herumführen ließ. Sie konnte hinaus in den Garten, sie konnte hinaus und den Saturn erleben. Während sie, Serenity, dazu verdammt war, im Inneren des Palastes auszuharren, bis ihr Arrest vorüber war.

Mit trüben Gedanken sank sie auf den Boden, wie sie es schon vor fünf Tagen auf der Sonne in Soleils Turm getan hatte.

So fand sie schließlich auch Selene.

Die Tür war aufgeglitten und die schlanke Prinzessin des Saturn war in das Zimmer getreten. Sie sah zu Serenity hin, die vor dem Fenster saß und traurig den Kopf hängen ließ. Selene legte den Kopf schief und trat zu ihr hin.

Serenity war eingeschlafen und hatte den Kopf auf ihre auf den Knien überkreuzten Arme sinken lassen. Sie erwachte, als sie etwas Kühles an der Wange kitzelte. Sie blinzelte und drehte den Kopf.

Selene lächelte sie an. „Keine gute Zeit, um zu schlafen. Du solltest viel eher runter in die Halle gehen. Mein Vater hat dort ein kleines Fest organisiert, um die angespannte Lage aufzulockern. Magst Du nicht mit mir gehen?“

Serenity schüttelte den Kopf. „Danke, Selene. Ich denke nicht, dass meine Mutter mir das erlauben würde, selbst, wenn es sich im Innern des Palastes befindet.“

„Nun ja, ich hatte darauf bestanden, eben damit Du dabei sein kannst.“ Sie lächelte wieder.

„Das ist wirklich nett von Dir, Selene.“

Die Saturnprinzessin richtete sich auf. Sie sah hoch zu den Sternen und zu den Asteroiden.

„Deine Mutter hat sich Sorgen um Dich gemacht, Serenity. Du musst sie verstehen. Es ist möglicherweise eine unbekannte Gefahr irgendwo da draußen und Du warst plötzlich verschwunden, ohne ihr zu sagen, wohin. Mein Vater hat mir erzählt, dass er Eternity selten in Panik gesehen hat, aber in diesem Augenblick war sie es ganz sicher.“

Serenity schaute nachdenklich zu Selene hoch. Sie hatte sich so über den Hausarrest geärgert, dass sie sich gar nicht die Mühe gemacht hatte, ihre Mutter zu verstehen. Doch nun leuchtete ihr ein, was Selene ihr erzählt hatte.

„Ich kann mir denken, dass Du gerne ausgelassen bist und dass Du auch gerne Deine Freunde besuchst, Serenity. Aber in manchen Zeiten gehen andere Dinge vor. In manchen Zeiten muß man vernünftig sein und an die Folgen seines Handelns denken, bevor man einen Schritt tut. Wir haben gedankenlos gelebt in all den Jahren. Es kann so nicht weitergehen... wir müssen...“

Sie schüttelte den Kopf, als wolle sie alle unangenehmen Gedanken verbannen.

Dann hielt sie Serenity die Hand hin. Diese ergriff sie und stand mit Selenes Hilfe auf.

„Verzeih. Mein Vater sagt mir oft, dass ich mir für mein Alter einfach zu viele Gedanken mache. Vermutlich hat er ja recht damit. Aber ich kann mich nicht ändern. Ich mache mir Sorgen um alles und um jeden.“

Serenity umarmte sie. „Du bist genau richtig so, Selene. Ich würde Dich gar nicht anders haben wollen. Du bist genau die Richtige für uns. Soleil ist oft zu ungestüm, ich bin immer zu gedankenlos und Mira ist zu vorlaut. Somit haben wir alle unsere Fehler. Du gleichst uns aus.“

Selene lachte kurz auf. „Und was ist mein Fehler?“

Serenity überlegte. „Hm, ... Ernsthaftigkeit?“

Dann lachten sie beide, als sie gemeinsam das Zimmer verließen.

 

In der großen Halle war das Fest bereits im Gange, als Selene und Serenity eintrafen.

Serenity betrachtete die vielen Farben und die vielen Menschen und ihre Niedergeschlagenheit verschwand. Selene hatte eine wundervolle Idee gehabt.

Sie schaute die junge Thronfolgerin neben sich an. Ihre Haare waren fast weiß, obwohl sie so jung war. Aber schließlich waren auch die Haare König Argentums von jenem silberweiß, das dem Licht des Mondes ähnelte. Serenity überlegte, ob sie sich deshalb so zu Selene hingezogen fühlte. Selene drehte ihr das Gesicht zu. Ihre lavendelfarbenen Augen sahen Serenity fragend an. Serenity lächelte.

„Ist etwas nicht In Ordnung, Serenity?“

„Alles bestens, Selene. Ich habe Dich nur gerade wegen Deiner Schönheit bewundert.“

Selene sah sie erstaunt an. „Meine Schönheit?“

Serenity nickte. „Ja, genau... Deine Haare, Deine Augen, Dein wunderschönes Lächeln. Aber Du lächelst zu selten, Selene. Bist Du unglücklich?“

„Nein.“ Selene senkte den Kopf. „Ich bin eigentlich sehr glücklich. Mein Vater sagt immer, ich sähe meiner Mutter ähnlich. Ich kann nicht ganz sagen, ob es stimmt. Es gibt ein Bild von ihr, in ihrem alten Gemach.“

Serenity dachte nach. Dann sprach sie: „Selene, ich glaube, hier kommen alle ganz gut auch ohne uns zurecht. Zeigst Du mir das Bild? Ich möchte es sehen.“

Selene nickte. Aber plötzlich sah sie in die feiernde Menge und hielt Serenity zurück, die wieder ins Innere des Palastes strebte. Serenity schaute sie überrascht an.

„Was ist? Magst Du nicht mehr?“

„Doch. Ich dachte nur, dass wir vielleicht Soleil mitnehmen sollten. Ich habe sie unter den feiernden Gästen gesehen.“

Sie hatte recht. Soleil war eben aus der Menge getreten und hielt nun auf die beiden zu. Serenity erklärte kurz, was sie und Selene beschlossen hatten und Soleil erklärte sich einverstanden, sie zu begleiten.

So verließen sie das Fest, ehe es für sie eigentlich begonnen hatte.

 

 

Die drei Mädchen gingen durch die hohen, säulengeschmückten Hallen des Schlosses. Serenity fühlte sich wohl darin, die weißen Wände, die immer irgendwie auch silbrig schimmerten, erinnerten sie sehr an ihr Zuhause. Soleil, deren Sonnenpalast eher golden glänzte, war sich nicht ganz sicher, ob sie sich mit diesen Farben anfreunden konnte. „Wenig Leben...“ seufzte sie.

Serenity sah sich um. „Bitte?“

Soleil schüttelte den Kopf. „Es war nichts.“