Über "A Myth"

 

 

   

„A Myth“ ist eine Geschichte, die ich mir, zumindest ansatzweise, schon zu Schulzeiten ausgedacht habe. Geschichten hab ich immer schon geschrieben, aber das ist die einzige, die in so großem Umfang und natürlich auch mit solch großem Aufwand aufs Papier gebracht wurde.

Wie bin ich auf diese Geschichte gekommen… eigentlich hat es mit einem Buch angefangen, glaube ich. „Die Zauberin von Ruwenda“ von Julian May, Andre Norton und Marion Zimmer Bradley. Ich hab das Buch gekauft, weil mir das Cover gefiel (wir waren im Bertelsmann-Club und die hatten – im Gegensatz zur Heyne-Ausgabe – ein irre schönes Titelbild!) und weil mich Andre Nortons Charakter, Kadiya, einfach faszinierte. Haramis, die kluge aber etwas unterkühlte Dunkle, Anigel, die liebliche und schöne Jüngste und Kadiya, die Jägerin. Na, klingelt’s? Bei mir dauerte es ein paar Jahre, bis ich kapiert habe, dass die drei Schreiberinnen ihre Trias aus der griechischen Mythologie übernommen hatten.

 

Aber weiter… richtig los ging es eigentlich erst, als eine bestimmte Episode der Serie „Hercules“ mit Kevin Sorbo lief. „The golden apple“ handelt davon, dass die drei Göttinnen Athene, Artemis und Aphrodite den armen Iolaus dazu bringen wollen, dass er eine von ihnen als die Schönste erwählt. Klar, das ist die berühmte Vorgeschichte des trojanischen Krieges mit dem Urteil des Paris. Oder Urteil des Iolaus, wenn man so will. Wie auch immer: ich war hingerissen von den drei Schönen! Und: besonders von Artemis.

In Freistunden stöberte ich in unserer Schulbibliothek und wie es manchmal so geschieht: mir fiel ein Lexikon der griechischen Mythologie in die Hände. Und in jeder freien Minute hab ich es geschnappt und darin geblättert. Über Artemis. Über Orion. Über die Olympioi und was mir eben einfiel. Und irgendwie gefiel mir die Idee, eine „Was wäre, wenn…?“-Geschichte daraus zu machen. Was wäre, wenn die drei Göttinnen im Hier und Jetzt wiedergeboren wären und nichts von ihrer großen Vergangenheit wüssten? Wie wären sie? Was würden sie erleben? In der Folge habe ich mir ein paar Einzelheiten raus geschrieben, die ich bei der jeweiligen Göttin interessant fand. Und schnell waren die menschlichen Entsprechungen gefunden. Mit den Namen begann es. Athene wurde zu „Minerva“, der römischen Entsprechung. Ihr Nachname bedeutet übrigens „Ferien“ – ist doch passend für ein junges Mädchen, das außer Lernen kein Hobby hat, ne? Artemis wurde „Diana“ und klar, was passte besser als „Hunter“? Und Aphrodite wurde „Venus“ – ihr Nachname „Darling“ soll einfach auf Liebe und etwas Herziges, Kitschiges anspielen. Nebenbei ist es ja auch der Familienname von Wendy aus „Peter Pan“.

Meine ersten Entwürfe waren wirklich niedlich. Und so peinlich, dass ich hier nichts davon erwähnen werde. Mich gruselt es jetzt noch… Nun, von 1998 bis 2006 war ein langer Weg. Leider ist die Geschichte nicht perfekt. Und das sage ich nicht nur aus „Ach, ich bin ja sooo selbstkritisch“-Gründen! Andererseits: anders würde ich sie nicht mehr haben wollen! Es hat sich einiges verändert, ein paar Szenen blieben, andere wurden völlig umgeschrieben oder gestrichen und doch ist die Grundidee noch da. Irgendwo… ^ ^ Natürlich im Titel ebenso! War es früher noch „Der A-Mythos“, so ist es heute eben „A Myth“, was zum Einen natürlich „Ein Mythos“ bedeutet, zum Andern aber die Anfangsbuchstaben der drei Ladies beinhaltet, quasi als „Der Mythos von Athene, Artemis und Aphrodite“ ; )!

Mit den Überlegungen zur Geschichte kamen dann auch viele zusätzliche Charaktere hinzu. Eigentlich zu viele, fürchte ich. Aber Himmel! Die Olympioi waren eben zwölf an der Zahl!

Was mich zu etwas anderem bringt: Kaori Yuki schrieb mal über ihr „Angel Sanctuary“, dass sie viel über Engel gelesen habe, aber keinesfalls wolle, dass man alles, was sie so sagt, für bare Münze nehmen soll. Sie hat das, was sie fand, für ihre Zwecke umgewandelt. Und das habe ich auch so gemacht. Ich maße mir nicht an, Expertin auf dem Gebiet der griechischen Mythologie zu sein, gewiß nicht. Und ich weiß auch durchaus, dass einige Dinge von mir anders gesetzt wurden (z.B. setze ich Nemesis als Göttin der Gerechtigkeit und des Schicksals ein, eng gesehen ist sie es aber nicht, auch wenn sie mit dem Thema zu tun hat; oder aber Vittorio, der eigentlich eine Taube sein müsste und… und… und…). Noch einmal kurz: Zu meinen Zwecken umgewandelt – d.h. ich brauche keine Hinweise, was ich denn „falsch“ gemacht habe (es sei denn, es geht um textinterne, logische Fehler, Verschreibsler etc.) und wie es „richtig“ wäre. In erster Linie soll die Geschichte nämlich Spaß machen und nicht verärgern.

Ach, jetzt klinge ich schon wieder so depri… *sich-zusammenreiß* ich bin sehr glücklich, dass ich es von damals bis heute geschafft habe, ich hatte beim Schreiben viel Spaß, viele schöne Momente und alle Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen. Schrecklich, weil das jegliches Quälen behindert ; ).

 

„A Myth“ widme ich den beiden, die mir während des Entstehens viel geholfen haben, durch Vorschläge, Ermunterungen und positive Meinungen. Ich widme es aber auch der Neugierigen von 1998, ohne deren Neugier nichts entstanden wäre: „Schau mal! Wir haben ein Buch geschrieben!“ Und zuletzt, aber eigentlich in erster Linie der einen, wundervollen Person, auf die ich warte und für die dieses Buch eine Spur sein soll. Ich hoffe, Du liest es und findest Dich wieder ^ ^. Meine rastlose Seele wartet…